TANK – Filth Hounds of Hades (1982)
TEXT: RITCHIE NEWTON
Ein Monsteralbum vor dem Herrn.
Meine armen Nachbarn mussten, ob sie es wollten oder nicht, den gnadenlosen Anfang von Shellshock ertragen – in voller Lautstärke, bis der Arzt kam. So
beginnt ein Album, das sich mit der Urgewalt eines Panzerangriffs ins Trommelfell brennt. Kein Wunder – der Sound, die Attitüde, die Aggression: das ist British Heavy Metal pur, ohne Kompromisse.
Ich hatte das Glück, TANK live im Vorprogramm von Motörhead in der Hemmerleinhalle Neunkirchen am Brand zu erleben – und sie haben mich komplett aus den Socken gehauen. Diese Band war wie Motörhead auf Speed, nur noch dreckiger. Kein Wunder, dass Fast Eddie Clarke das Teil produziert hat – und genau das hört man in jeder Rille.
Track-by-Track: Die 10 Geschosse des Höllenhunds
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Shellshock
Der Opener ist ein purer Adrenalinrausch! Ein rotziger Basslauf, dann dieser Gitarreneinstieg – und Algy Ward röhrt los wie ein in die Enge getriebener Wolf. Shellshock ist mehr als ein Song – das ist ein Kriegserlebnis im Proberaumformat. Ein Statement: Hier kommt keine polierte Hochglanzband, sondern die dreckige, echte NWOBHM! -
Struck by Lightning
Ein Midtempo-Stampfer mit einem Refrain, der wie ein Vorschlaghammer auf die Zwölf haut. Die Gitarren sägen, das Schlagzeug marschiert gnadenlos durch – echte Straßenmusik für vernarbte Seelen. Hier zeigt sich TANKs Fähigkeit, rohe Energie mit Struktur zu verbinden. -
Run Like Hell
Nein, das hat nix mit Pink Floyd zu tun! Hier regiert der Panzer mit durchgetretenem Gaspedal. Ein treibender Uptempo-Song, der das Gaspedal bis zum Anschlag durchtritt. Hier wird nicht gerannt – hier wird geflüchtet, und zwar vor der totalen Zerstörung. -
Blood, Guts and Beer
Der Titel sagt alles. Das ist englischer Pub-Metal in seiner reinsten Form. Die perfekte Mischung aus Kriegsgeschrei, Suff und Working-Class-Aggression. Der Refrain ist pures Mitgröl-Material – damals wie heute ein Garant für Eskalation im Pit. -
That's What Dreams Are Made Of
Hier zeigt die Band eine etwas melodischere Seite – aber keine Sorge, auch hier ist der Dreck unter den Fingernägeln spürbar. Der Song hat eine fast hypnotische Grundstimmung, ohne die rohe Kante zu verlieren. Fast schon episch im TANK-Kontext. -
Turn Your Head Around
Einer der bekanntesten Tracks des Albums – rotziger, punkiger Rock’n’Roll mit metallischem Einschlag. Kein Wunder, dass dieser Song auch als Single rausging. Ein Riff zum Niederknien und ein Refrain, der dir den Kaugummi aus dem Mund haut. -
Heavy Artillery
Und wieder wird marschiert! Diese Nummer ist Heavy Metal in Stahl gegossen, eine Kriegshymne für Panzerkommandanten mit Kutte. Die Riffs wirken wie Maschinengewehr-Salven, das Drumming wie eine rollende Lawine. Keine Gefangenen! -
Who Needs Love Songs
Hier zeigen sich TANK von ihrer zynischen Seite: „Wer braucht schon Liebeslieder?“ – Richtig, wir brauchen Lärm, Dreck, Krawall! Ein zynischer, nihilistischer Track mit coolen Gangshouts und bitterem Humor. TANK waren eben nie Kuschelmetaller. -
Filth Hounds of Hades
Der Titeltrack – eine Mischung aus Doom-Vibes und Hardcore-Attitüde. Der Song schleppt sich wie ein angeschossener Pitbull durch die Boxen – bedrohlich, finster und kompromisslos. Ein langsamer, brutaler Abriss, der nochmal klarstellt, worum es hier geht. -
(He Fell in Love with a) Stormtrooper
Skurriler Songtitel, aber musikalisch wieder klassischer TANK-Sound: punkiger Metal mit einem bösen Augenzwinkern. Politisch inkorrekt, unbequem und genau deshalb so stark – dieser Song war nie für die Charts gemacht, sondern für den Untergrund!
Besetzung:
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Algy Ward – Bass, Gesang
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Peter Brabbs – Gitarre
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Mark Brabbs – Schlagzeug
Faktencheck:
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Label: Kamaflage Records
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Produzent: "Fast" Eddie Clarke (Motörhead)
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Veröffentlicht: März 1982
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Genre: NWOBHM / Punk Metal
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Einfluss: Riesig auf späteren Speed- und Thrash Metal
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Titel-Referenz: aus The Naked and the Dead von Norman Mailer
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Besonderheit: Original-Pressungen sind heute Sammlerstücke
Fazit:
Filth Hounds of Hades ist mehr als nur ein NWOBHM-Album – es ist ein Statement. Ein rotziges Manifest gegen glattgebügelten Kommerzrock. Roh, laut, schmutzig und ehrlich – genau das, was der Metal damals brauchte. Wer Lemmy liebt, wird Algy Ward verehren. Wer echte Musik sucht, wird hier fündig.
Jetzt seid ihr dran! Was bedeutet euch dieses Album? Wann habt ihr es entdeckt? Habt ihr TANK live erlebt?
Haut eure Erinnerungen, Meinungen und Lieblingssongs in die Kommentare!

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